Pädagogische Konzeption

Pädagogische Konzeption für den unterrichtsergänzenden Bereich Judith-Kerr-Grundschule Berlin - Wilmersdorf

2008/2009

1. Pädagogisches Profil

Die Judith-;Kerr-Grundschule gehört zu den staatlichen Europaschulen in Berlin. Sie ist eine gebundene Ganztagsschule mit der Sprachkombination Deutsch - Französisch. Das Konzept des unterrichtsergänzenden Angebots ist ein Teil des Gesamtkonzepts der Schule und wurde von Lehrern/innen und Erziehern/innen erarbeitet, abgestimmt und orientiert sich an der Zielsetzung des Ganztagsbetriebes an der Berliner Schule.

Die Judith-Kerr-Grundschule hat kein spezifisches Einzugsgebiet, unsere Schüler kommen aus den verschiedenen Stadtbezirken Berlins. Viele Schüler stammen aus Familien, von denen zumindest ein Elternteil die französische Nationalität besitzt bzw. aus einem frankophonen Land kommt.

2. Rolle und Aufgaben der Erzieher/innen an der Judith-Kerr-Grundschule

Das Hauptziel der Erzieher/innen ist die integrierte Erziehung bilingualer/multinationaler Gruppen und die Schaffung außerunterrichtlicher Erlebnisse und Erfahrungen zur Ausprägung interkultureller Kompetenz. Kenntnisse und Fähigkeiten, die im Unterricht erworben wurden, sollen im unterrichtsergänzenden Angebot gefestigt und vertieft werden. Das Arbeitsfeld der Erzieher/innen ist im gesamten Ablauf des Schulrhythmus eingebunden. (Kernzeit von 07.30 Uhr -16.00 Uhr )

2.1. Aufgabenbereiche der Erzieher/innen an der Judith-Kerr-Grundschule

  • Früh-und Spätbetreuung für Schüler mit zusätzlichem Betreuungsvertrag
  • Hof-und Pausenaufsichten; Essenaufsichten in den Kantinen
  • Unterrichtsunterstützung und Förderung einzelner Schüler
  • Betreuung von Klassen bei Unterrichtsausfall
  • Gestaltung der gebundenen und ungebundenen Freizeit
  • Gestaltung von Entspannungsphasen
  • Hausaufgabenbetreuung
  • Gestaltung und Organisation von Höhepunkten (Hoffest, Grand Prix de la petite Chanson, Europacup, Lesewettbewerb, Theater, Weihnachtsbasar, Laternenumzug, Halloween-Party, Galette-Essen, Atelierfest im Juni 2009)
  • Teilnahme und Durchführung von Elternabenden/Elterngesprächen
  • Ferienbetreuung; Erstellung von Ferienplänen
  • Teamabsprachen
  • Durchführung von Schul - und Klassenprojekten
  • Teilnahme an Dienstbesprechungen (montags von 10.00 - 11.30 Uhr)
  • Teilnahme an Gesamtkonferenzen
  • Arbeit in Gremien
  • Erarbeitung einer Gruppenkonzeption (Abgabe 10.11.2008)

3. Vernetzung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten

Schule als Ort des sozialen Lernens

Durch die Veränderung der Rhythmisierung des Unterrichtes streben wir ein besseres Lernklima an. Wir wollen eine kindgerechte, altersgemäße Rhythmisierung des Schullebens entwickeln. Lern-und Entspannungsphasen sollen sich sinnvoll abwechseln.

Ganztagsangebote schaffen mehr Raum für eine engere Begegnung zwischen Schülern, Lehrern und Erziehern. Es entstehen Lernorte, welche die bisherige Unterrichts- organisation verändern (Arbeit in Lernblöcken). Lernangebote wechseln mit Freizeitaktivitäten, die selbstständige Arbeit und das eigenverantwortliche Lernen der Schüler wird gefördert (altersübergreifendes Lernen durch das ganztägige Miteinander). Dabei kommen den Erziehern/Erzieherinnen folgende Aufgaben zu:

  • Entwicklung der Sprachkompetenz Deutsch-Französisch
  • Unterstützung von Bildungsprozessen einzelner Schüler/innen
  • Förderung von Schülern/Schülerinnen
  • Entspannungsphasen durch gebundene Freizeitangebote
  • Begleitung in der ungebundenen Freizeit
  • Neigungsangebote, Spiel und Sport
  • praktische Betätigung (handwerklich- künstlerische Angebote)
  • Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten (Kuschelecken, Leseecken)
Soziales Lernen (Klasse 1 bis 6)

Im Bildungs- und Erziehungsprozess stellt die Schulung der sozialen Kompetenzen der Schüler/innen einen ebenso wichtigen Bestandteil dar wie die Vermittlung von Wissen und Können. Die Erzieher/innen betrachten die Entwicklung der sozialen Kompetenzen als durchgängiges Prinzip ihres pädagogischen Wirkens. Speziell bietet sich darüber hinaus für einige Klassen eine extra dafür vorgesehene Stunde im Wochenstundenplan. Diese nennt sich "soziales Lernen". Sie ist eine Erzieherstunde. Ziele und Inhalte dieser Stunde ergeben sich aus der konkreten Klassensituation. Die Methoden zur Umsetzung sind spezielle Methoden des sozialen Lernens.

3.1. Die Schulanfangsphase

Die Kinder der ersten und zweiten Klassen lernen jahrgangsübergreifend in den JüL- Klassen (jahrgangsübergreifendes Lernen).Diese Altersmischung ist einerseits die Fortsetzung der Gruppensituation in den Kindertagesstätten und andererseits die Möglichkeit für die Zweitklässler Verantwortung gegenüber den neuen Kindern zu übernehmen. Die Einschulung eines Kindes bedeutet eine starke Veränderung und eine große Herausforderung in seinem Leben. Neue Orte, neue Personen, ein veränderter Tagesrhythmus wirken auf die Kinder ein. Um diesen wichtigen und sensiblen Abschnitt optimal zu begleiten, haben die Pädagogen der JüL- Klassen folgende Aufgaben:

  • kennen lernen des Familienumfeldes der Kinder: Wird das Kind bilingual erzogen? Welche Beziehung hat das Kind zur französischen Sprache? Welche vorschulische Einrichtung hat das Kind besucht?
  • Unterstützung beim "Ankommen" der Kinder in der Schule
  • kennen lernen des Klassenverbandes
  • Vertrauen aufbauen zwischen Pädagogen und Kindern
  • die Kinder unterstützen beim Zurechtfinden mit der neuen Unterrichtsform und den Lernanforderungen
  • Freude am Unterricht und an den Freizeitaktivitäten bei den Kindern entwickeln
  • regelmäßige Absprachen mit den Eltern führen
  • die Kinder regelmäßig beobachten, um den Entwicklungsstand kennen zu lernen und einschätzen zu können
Für die Kinder der zweiten Klasse bedeutet das Lernen in einer JüL-Klasse im zweiten Jahr auch Veränderung und Verantwortungsübernahme:

  • Sie vermitteln ihre gewonnen Kenntnisse (Schule als Lernort - sich zurechtfinden in der Klasse und im Schulgebäude, Umgang mit Material sowohl im Unterricht als auch in der Freizeit, Umgang mit Gruppenregeln ...).
  • Sie bekommen dadurch eine neue Rolle in der Gruppe. Sie werden in ihrer Neugier unterstützt und ihre Wissenserkenntnisse werden erweitert.
  • Sie bilden Patenschaften mit den Erstklässlern.
  • Sie werden als die "Großen" wahrgenommen.
In den JüL- Klassen arbeiten zwei Lehrer/innen, die jeweils für die deutsche oder die französische Alphabetisierung der Kinder in der Klasse zuständig sind. Zwei Erzieher/innen, eine deutsche und eine französische, sind verantwortlich für die Gestaltung der Freizeitaktivitäten und unterstützen die Lehrer/innen im Unterricht. Das Pädagogenteam einer Klasse arbeitet eng zusammen (gemeinsame Beobachtungen, Einschätzungen, Projektplanungen, Vorbereitung von Elternabenden, Elterngesprächen, Klassenfesten, Ausflügen ...). Eine Kooperationsstunde für die Pädagogen einer JüL- Klasse ist sehr hilfreich, um die Zusammenarbeit kontinuierlich planen, gestalten und auswerten zu können.

4. Ziele der pädagogischen Arbeit

Auf der Grundlage des Schulgesetzes und des pädagogischen Profils der Judith- Kerr-Grundschule haben wir uns folgende Ziele gesetzt:

  • Förderung der geistigen und sprachlichen Fähigkeiten
  • Befähigung der Schüler zur Selbstständigkeit und Autonomie
  • Entwicklung von sozialem Verantwortungsbewusstsein und Gemeinsinn
  • Förderung der Kreativität
  • Ausprägung von Persönlichkeitswerten
Dazu müssen folgende Voraussetzungen geschaffen werden:

  • Der einzelne Schüler/in soll sich innerhalb der Gruppe wohl fühlen.
  • Schaffung einer persönlichen Vertrauensbasis zwischen Schülern/Schülerinnen, Lehrern/Lehrerinnen und Erziehern/Erzieherinnen
  • Schaffung einer behaglichen Raumatmosphäre gemeinsam mit den Kindern
  • pädagogische Angebote gemeinsam mit den Kindern erarbeiten und abstimmen
  • Befähigung der Schüler/innen zur Eigenverantwortung
  • Rituale/ Wiederholungen im Alltags-und Unterrichtsprozess; Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre
  • Einsatz des Fördervereins zur Unterstützung der sprachlichen Kompetenz (französisch)
  • Erzieher/innen sind die Bezugspersonen und Bindeglied zwischen Schülern - Eltern - Lehrern
  • Die Breite des Einsatzfeldes des Erziehers/der Erzieherin im Unterricht und in der pädagogisch- betreuten Freizeit verschafft ihm/ihr ein ganzheitliches Bild vom Schüler/in und hilft Ursachen und Probleme rechtzeitig zu erkennen und Lösungswege aufzuzeigen.
  • Erzieher/innen nehmen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes, schulen Toleranz, Akzeptanz, Solidarität und soziale Sensibilität.
  • Die Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen Schülers ist durch Anerkennung, Zuwendung, Lob, Geduld und Vertrauen zu fördern.
  • Bilinguale Erziehung kann nur erfolgreich realisiert werden, wenn die Eltern die Zweisprachigkeit auch im außerschulischen Bereich unterstützen (zum Beispiel durch französische Spiele, Bücher, Filme, Urlaub in Frankreich etc.)

5. Zusammenarbeit der Schulleitung und der koordinierenden Leitung

Die Leitung der gebundenen Ganztagsschule liegt in der Gesamtverantwortung der Schulleiterin.

Für die koordinierende Erzieherin erwachsen hieraus folgende Aufgaben:

  • Sie nimmt an Arbeitsbesprechungen teil, die der Organisation und dem Informationsaustausch dienen.
  • Sie wirkt mit bei der Umsetzung des Schulprogramms (Evaluation) und bei der Erstellung des Stundenplanes.
  • Sie erarbeitet Dienst- und Urlaubspläne.
  • Sie bestellt Spiel&- und Beschäftigungsmaterial.
  • Sie plant Veranstaltungen.

5.1. Zusammenarbeit der Koordinierenden Leitung mit den Erziehern/ Erzieherinnen

Der koordinierende Erzieher ist:

  • Ansprechpartner für die Lehrer/innen und Erzieher/innen im außerunterrichtlichen Bereich
  • koordiniert den Einsatz der Erzieher/innen und den arbeitstechnischen Ablauf
  • ist Interessenvertreter der Erzieher/innen gegenüber der Schulleitung und ein Bindeglied zwischen Erziehern/Erzieherinnen und Lehrern/Lehrerinnen
  • organisiert und führt, für alle Kollegen verbindlich, wöchentliche Dienstberatungen durch (montags von 10.00 - 11.30 Uhr ); Schwerpunktthemen hierbei sind: Rhythmisierung, Schulanfangsphase, Hausaufgaben, Ateliers, Einzelfallberatung, Projektarbeit, Planung der Höhepunkte, Weiterbildungen
  • bespricht Urlaubspläne und AZK - Tage
  • organisiert die Ferienbetreuung
  • nimmt teil an Schulkonferenzen und anderen Schulgremien
  • organisiert die Teilnahme der Kollegen/innen in Arbeitsgruppen der Schule:
    • Steuergruppe Schulordnung/Hausordnung
    • Rhythmisierung
    • Schulanfangsphase
    • Gewaltprävention
    • Gestaltung des Schulgebäudes
    • Festkomitee/Schulveranstaltungen

5.2. Zusammenarbeit der Lehrer/innen und Erzieher/innen

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrer/in und Erzieher/in ist von großer Bedeutung, um mit einer gemeinsamen Zielsetzung eine kontinuierliche Arbeit zu erreichen.

Deshalb sollten einmal wöchentlich Kooperationsabsprachen angestrebt werden.

Inhaltliche Schwerpunkte:

  • Austausch pädagogischer Informationen
  • Abstimmung der Hausaufgaben
  • Vorbereitung von Veranstaltungen und Projekten
  • Planung und Organisation von Wandertagen
  • Erfassen von Fördermaßnahmen und deren Abstimmung
  • Förderung von leistungsschwachen Schülern/Schülerinnen und Seiteneinsteigern/Seiteneinsteigerinnen
  • Unterstützung der Schüler/innen beim Lernen im Unterricht

6.Organisation und Ablauf an der Ganztagsschule

Die Erzieher/innen der Judith-Kerr-Grundschule sind je nach Klassenstufe und Rhythmisierung gestaffelt in den Klassen 1-6 eingesetzt und betreuen die Schüler/innen auf sozialpädagogischem Gebiet und im Unterricht.

Im Schuljahr 2008/2009 haben wir folgende Klassenstruktur:

  • sechs Klassen der Schulanfangsphase
  • drei 3. Klassen
  • vier 4. Klassen
  • zwei 5. Klassen
  • zwei 6. Klassen
Die Schülerzahl beträgt ca. 417 Schüler.

7. Klassenräume

Es stehen 31 Klassenräume zur Verfügung.

Die Klassenräume werden als Unterrichts-und Freizeiträume genutzt. Für ausgewählte Angebote können der Werkraum, die Turnhalle, die Schülerbücherei, die pädagogische Küche, der Computerraum, der Musikraum, die Schulstation und der Schulhof genutzt werden.

8. Atelier

Für die 3. bis 6. Klassen finden auch im Schuljahr 2008/2009 Ateliers, jeweils in der Zeit von 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr, statt.

Die Ateliers richten sich nach den Interessen und Neigungen der Schüler/innen und werden klassenübergreifend durchgeführt.

Das Atelier für die Klassenstufen 3/ 4 findet jeweils jeden Dienstag von14.30 Uhr bis 16.00 Uhr statt.

Wechselnde Angebote für die Atelierarbeit sind unter anderem:

  • kreatives/künstlerisches Gestalten
  • Computer
  • Malen
  • Experimente
  • Töpfern
  • Seidenmalerei
  • Kochen
  • Theater-Spiel
  • Trommeln
  • Tanz
  • Sport
  • Projektarbeit
  • Ausflüge/ Exkursionen

9. Kantinennutzung

Blaue Kantine

Blaue Kantine
Uhrzeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
11.30-12.00 6 a/b 6 a/b 6 a/b 6 a/b 6 a/b
12.00-12.45          
12.45-13-30 5 a/b 5 a/b   5 a/b 5 a/b + 3a
13.30-14.00 3 a/b/c 3 a/b/c 3 a/b/c + 5 a/b 3 a/b/c 3 a/c

Rote Kantine

Rote Kantine
Uhrzeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
11.30-12.00 4 c/d 4 c/d      
12.00-12.45 JüL a/b/d JüL a/b/d JüL a/b/d JüL a/b/d JüL a/b/d
12.45-13-30 JüL c/e/f JüL c/e/f JüL c/e/f JüL c/e/f JüL c/e/f
13.30-14.00     4 c/d 4 c/d 4 c/d

10. Förderverein

Der gemeinnützige Förderverein (FV) ist eine Elterninitiative an der Judith-Kerr-Grundschule. Er unterstützt die Aufgaben der Schule finanziell und organisatorisch. f

Er stellt französischsprachige Erzieher/innen für die unterrichtsergänzenden Aktivitäten zur Verfügung. Deutsche und französische Lehrer/innen und Erzieher/innen bilden ein Pädagogenteam.

Projekte/ Ateliers

  • Finanzierung der Ateliers und finanzielle Unterstützung der Gruppenaktivitäten
  • Kooperation mit der Musikschule/Schachschule
  • Schulfeste
  • Galettes de Rois
  • Zirkus Cabuwazi
  • Sportveranstaltungen
  • AG Theater, Garten, Nähen
  • Unterstützung von Projekten und Schülerreisen u.v.m.
 
Judith-Kerr-Grundschule • Staatliche Europa-Schule Berlin (SESB) • Friedrichshaller Straße 13 • 14199 Berlin • http://www.judith-kerr-schule.de/