version française
| Judith - Kerr - Grundschule Staatliche Europa-Schule Berlin Friedrichshaller Straße 13 14199 Berlin Telefon: +49 (0)30 897 99 40 / 897 99 415 Fax: +49 (0)30 897 99 418 |
Judith Kerr wurde am 14. Juni 1923 in Berlin als Tochter Alfred Kerrs, des bedeutendsten Theaterkritikers und Feuilletonisten der Kaiserzeit und der Weimarer Republik, geboren.
1933, nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten, verließ Alfred Kerr sofort Deutschland, denn er war nicht nur ein entschiedener Nazi-Gegner, sondern auch Jude. Seine Bücher wurden von der NSDAP verboten, auf ihn selbst wurde ein Kopfgeld gesetzt. Seine Frau und seine beiden Kinder, Michael und Judith, flohen wenig später über die Schweiz und Frankreich 1934 weiter nach London, wo sie bis zum Kriegsende blieben.
In ihren Büchern
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (1971)
Warten bis der Frieden kommt (1975)
Eine Art Familientreffen (1979)
schildert Judith Kerr als Anna das Leben als Flüchtling aus der Kinderperspektive wie z. B. die Flucht aus Deutschland; die Geldsorgen, die im Exil die Familie ständig bedrohen; die Nächte, in denen die Deutschen London bombardieren; die Entfremdung von der Heimatstadt, der Muttersprache und den bis dahin selbstverständlichen Umgangsformen und Gepflogenheiten.
Nach dem Krieg studierte Judith Kerr an der Kunsthochschule in London und begann ein neues Leben in Großbritannien, wo sie heiratete und später als Schriftstellerin und Kinderbuchillustratorin arbeitete.
Im Jahre 1992 sprach sich das Lehrer- und Erzieherkollegium mehrheitlich dafür aus, unsere Schule nach Judith Kerr zu benennen. Bis 1933 wohnte die Familie Kerr unweit unserer Schule, am S-Bahnhof Grunewald in der Douglasstraße, wo die kleine Judith ihr rosa Kaninchen lassen musste.